Welches sind die Rohstoffe, die am meisten von Tradern gehandelt werden?

Die meist gehandelten Rohstoffe sind Edelmetalle (Gold, Silber, Platin), Agrar-Rohstoffe (Weizen, Kaffee, Mais, Kakao, Zucker) und Energie (Rohöl, Natural-Gas). Der Rohstoffhandel, auch als Devisenhandel bezeichnet, gilt als die Königsdisziplin unter den Tradern.

Aber es gibt beim Rohstoffhandel einen Unterschied zum Handel mit Aktien.

Während sich Investoren Aktien in ihr Depot buchen lassen, können sie sich nicht 100 Barrel Rohöl oder 1.000 kg Weizen in den Keller stellen.

Wo werden Rohstoffe gehandelt?

Rohstoffe werden an den weltweiten Warenterminbörsen gehandelt.

Mit der zunehmenden Globalisierung sind auch die weltweiten Rohstoff-Ressourcen gewachsen und verzeichnen regelmäßig gewisse Überschüsse, die an den Warenterminbörsen gehandelt werden und für die Investoren so interessant sind.

Abwicklung über Finanzinstrumente

Warenterminbörsen sind die Umschlagsplätze für die gehandelten Rohstoffe, die je nach Region und Rohstoff in verschiedenen Städten ansässig sind. Viele Rohstoffe werden nicht nur über den Spot/Kassa-Markt (Ware gegen Geld), sondern auch über Handelsinstrumente (Finanzinstrumente) abgewickelt.

Futures und Warentermingeschäfte

Die den Rohstoffkontrakten zugrundeliegenden Finanzinstrumente sind Futures in Form von Warentermingeschäften.

Vorteile für die Produzenten

Landwirte verkaufen ihren Weizen gerne im Voraus, noch vor der Ernte, an den Warenterminbörsen zu einem festgelegten Preis. Dadurch sichern sie ihre Geschäftsgrundlage und umgehen Preisschwankungen.

Vorteile für die Einkäufer

Den Einkäufern bringt diese Erwerbspraxis Planungssicherheit hinsichtlich zukünftiger Produktionskosten, Bevorratung, Lieferengpässen und Preisgestaltung. Zudem können überhöhte Preise gehedgt (hier: abgesichert) werden.

Mit Ausnahme der Edelmetalle ist das Gros der gehandelten Rohstoffe nicht über den Spot-Markt handelbar. Auf dem physischen Spotmarkt sind demzufolge ausschließlich Großhändler, Einzelhändler, Zwischenhändler und Produzenten tätig.

An den Spot-Märkten wird mit den Waren direkt „hantiert“.

Rohstoffe handeln durch Futures

Private Investoren, Kleinanleger und Trader umgehen dieses Problem, in dem sie Kontrakte auf Basis von Futures erwerben. Dieser Standardvertrag legt die Menge, Qualität und Preis des gehandelten Rohstoffes fest.

Vereinbarungen bei Futures

Vergleichbar mit einem normalen Vertrag, enthält auch der Futures-Kontrakt eine Laufzeit, nach deren Ablauf der Lieferant zur Lieferung und der Käufer zur Annahme verpflichtet ist.

Mit Ende der Laufzeit kommt es an der Warenterminbörse zur Fälligkeit. Um zu vermeiden, dass die Ware geliefert werden und der Käufer diese einlagern muss, wird der entsprechende Kontrakt verkauft. Der Erlös aus diesem Ereignis dient dem Erwerb eines neuen Kontraktes.

Roll over von Kontrakten

Der fällige Kontrakt wird in den nächsten Kontrakt „gerollt“, daher wird diese Praxis in der Fachsprache als „roll over“ bezeichnet. Dieser Effekt wirkt sich auf die Preisgestaltung am Markt aus. Je kürzer der Zeitraum zwischen dem auslaufenden und dem folgenden Kontrakt ausfällt, desto liquider ist der Rohstoffmarkt für den Folgekontrakt.

Anleger verfolgen die Strategie, den nächsten Kontrakt mit kürzeren Laufzeiten zu versehen. Wertet der neue Kontrakt preislich höher, muss der Investor einen Preisaufschlag (Contango) entrichten. Notiert der Handelspreis niedriger, muss er weniger Geld in den neuen Kontrakt investieren (Backwardation).

Gewinne und Verluste

Wie im regulären Handel realisiert der Anleger (Roll)Verluste oder (Roll)Gewinne. Die Contango-Situation verzeichnet eine steigende Kurve im Terminmarkt, die Backward-Situation indiziert eine sinkende Terminmarktkurve.

Überwiegend werden Rohstoffe in US-Dollar gehandelt, die zugehörigen Zertifikate werden in Deutschland jedoch in Euro notiert. Ein veränderter Wechselkurs zwischen Gemeinschaftswährung und Greenback hat Auswirkungen auf die Taxen der jeweiligen Zertifikate.

Bewegt sich der US-Dollar durch eine Abwertung nach unten, zieht das zwar tendenziell steigende Rohstoffpreise nach sich, jedoch werden die in Euro notierten Zertifikate negativ belastet. Devisen-Trader müssen die generell hohe Marktvolatilität im Auge behalten, die sich zu einer echten Gefahr für die eigene Anlage erweisen kann.

Im Rohstoffmarkt ist generell viel Bewegung drin, sowohl nach oben, als auch nach unten. Rohstoffe sind natürliche Ressourcen und damit abhängig von äußeren Einflüssen wie Naturkatastrophen oder schlechten Erntejahren. Zudem ist der Handel sehr stark abhängig von politischen und wirtschaftlichen Faktoren eines Förderlandes.

Die Preise können schnell in den Keller oder durch Decke gehen. 🙂

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